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12.04.2017

Mehr als graue Theorie – Das PASCHAL-Bauseminar beim Bayrischen Portland-Zementwerk in Rohrdorf

Am 9. Februar 2017 begrüßte die PASCHAL Niederlassung München, gemeinsam mit der Rohrdorfer Gruppe über 80 interessierte Teilnehmer aus der Baubranche zum 19. PASCHAL Bauseminar.

Mit dem Südbayrischen Portland-Zementwerk in Rohrdorf, hatte Niederlassungsleiter Herbert Bliemetsrieder den perfekten Veranstaltungsort für das Programm rund ums Thema Betonbau gefunden. Neben viel Know-how zum optimierten Einsatz von PASCHAL-Systemen und Fachwissen aus verschiedenen Bereichen des Bauwesens, konnten die Teilnehmer an diesem Tag interessante Einblicke in die Zement- und Betonherstellung bzw. -verarbeitung gewinnen.

Den konkreten Einsatz von Betonschalungen zeigte Dipl.-Ing. Hans-Peter Steiner an praktischen Einsatzfällen.


Herbert Bliemetsrieder, Leiter der PASCHAL-Niederlassung (links) und Alexander Mangstl, Geschäftsführer Transportbeton der Rohrdorfer Gruppe (rechts) heißen die Teilnehmer des 19. PASCHAL Bauseminars willkommen

Im Nach-bauma-Jahr stellte er den Seminarteilnehmern zudem die wichtigsten Neuheiten im Bereich PASCHAL-Systemschalung vor. Auch die zuverlässige Lastableitung beim einhäuptigen Schalen war Thema seines Vortrags. Anhand von zahlreichen Praxisbeispielen erklärte Hans-Peter Steiner, wie Stützböcke und alternative Ankertechniken überall dort zum Einsatz kommen, wo nicht mit den üblichen Spannstellen gearbeitet werden kann.

Dass die Digitalisierung auch in der Baubranche angekommen ist, steht außer Frage: So ist die Arbeitsmethode „BIM" (Building Information Modeling) derzeit das Bau-Trendthema. „BIM ist eine gemeinschaftliche, durch digitale Technologien unterstütze Arbeitsmethode für das Planen, Bauen und Betreiben von Bauvorhaben." erklärt der Referent Dipl.-Ing. Ralf Schmider in seinem Vortrag. Ziel von BIM ist es in Zukunft einen durchgängigen Datenaustausch von Bauwerksdatenmodellen mittels Softwareschnittstellen (IFC), zwischen allen am Projekt beteiligten Gewerken, über den kompletten Lebenszyklus eines Gebäudes zu schaffen. Wie die Arbeit mit BIM in Zukunft aussehen könnte präsentierte Ralf Schmider anhand des Imports eines IFC-Demo-Modells in die BIM-fähige Schalungsplanungssoftware PPL 11.0 von PASCHAL / planitec.
 

Seminarhighlight war die Führung durch das Südbayrische Portland-Zementwerk, mit dem beeindruckenden Drehrohrofen.

Einen kurzen Überblick über die Rohrdorfer Gruppe gab Alexander Mangstl, Geschäftsführer der Sparte Transportbeton. Das Südbayrische Portland-Zementwerk, das Georg Wiesböck 1930 als treibende Kraft auf den Weg brachte, hat sich mittlerweile zum modernsten Zementwerk in Europa entwickelt. Heute produziert die Rohrdorfer Gruppe mit rund 1600 Mitarbeitern an 120 Standorten in Deutschland, Österreich, Ungarn und Italien. Grundlage für den Erfolg des Rohrdorfer Zements sind höchste Qualitätsansprüche bei der Herstellung hochwertiger Baustoffe. Zudem setzt das Unternehmen auf ein breites Leistungsspektrum und die Produktion von modernen Zementsorten mit anspruchsvoller Zusammensetzung: „Je höher die Qualitätsansprüche, desto besser für uns", sagt Alexander Mangstl.

Wie komplex die Zusammensetzung von Beton heute sein kann, schilderte auch Gastreferent Bau. – Ing. Hannes Fiala, Ingenieure Hannes Fiala & Claus Golar, Bausachverständige, eindrücklich in seinem Vortrag. Während Beton früher lediglich aus wenigen Stoffen bestand, enthalten moderne Betonsorten wie UHPC oder Textilbeton eine Vielzahl an Zusatzstoffen. Im Rahmen des DBV/VDZ-Merkblatt „Sichtbeton" 2015, vermittelte Fiala den Seminarteilnehmern relevantes Wissen zur Herstellung von Betonflächen mit besonderen Anforderungen. Auf Grundlage seiner langjährigen Erfahrung als Betonsachverständiger konnte Hannes Fiala den Seminarteilnehmern zudem viele praktische Informationen zur sachgemäßen Anwendung von Trennmitteln, Nachbehandlung und Betonkosmetik liefern.

Ein weiteres Seminarhighlight war die Führung durch das Rohrdorfer Zementwerk, das beim Thema Umweltschutz und Energieeffizienz zu den weltweit führenden Anlagen zählt. Mit der Entwicklung und dem Bau der SCR-Entstickungsanlage in 2011 nahm das Unternehmen eine Vorreiterrolle in der Branche ein. Bei der selektiv katalytischen Reaktion (SCR) wird in einem komplizierten Verfahren das Ofenabgas über einen Katalysator gereinigt und umweltschädliche Stickoxide in Stickstoff und Wasser umgewandelt. Neben dem beeindruckenden Drehrohrofen war für die Seminarteilnehmer vor allem das Abwärmekraftwerk eine besondere Attraktion. Die 2012 in Betrieb genommen Anlage ist europaweit das erste Kraftwerk zur Stromerzeugung in einem Zementwerk. Mit einer Leistung von rund 7KW deckt das Kraftwerk ca. ein Drittel des gesamten Strombedarfs des Zementwerks ab. Dadurch werden jährlich 31 Tonnen CO2 eingespart.

Am Ende des Tages war klar, dass Zement und Beton viel mehr sind als nur graue Materie. Mit vielen neuen Informationen und Fachwissen zum Thema Zement und Betonverarbeitung endete eine erfolgreiche Veranstaltung. Das Bauseminar in Rohrdorf war Teil der 19. PASCHAL-Bauseminarreihe mit 14 Veranstaltungen bundesweit in diesem Jahr.
 

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