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17.06.2015

Kläranlage in Grevenmacher wird mit Schalungssystemen von PASCHAL geschalt.

Aufeinander abgestimmt sind im Einsatz die Trapezträgerrundschalung TTR, die LOGO.3, sowie die PASCHAL-Deck.

Zur Ausführung der ersten beiden Bauabschnitte, den vier SBR-Becken und dem Pumpwerk werden an Mietschalung der HSB 2.000 m² LOGO.3, 300 m² TTR Trapezträger-Rundschalung und 250 m² PASCHAL-Deck auf der Baustelle bereitgehalten. Insgesamt werden damit rund 30.000 m² Wandfläche und 500 m² Deckenfläche geschalt.


Eingespieltes Team
Zum Gelingen des sensiblen Ingenieurbauwerkes tragen derzeit folgende Hauptakteure bei: der Bauherr, die SIDEST (Abwassersyndikat Luxemburg Ost), das Ingenieurbüro TR Engineering, die ARGE OBG Lux, OBG Tiefbau, OBG Hochbau als ausführendes Bauunternehmen, die HSB Handels- und Servicegesellschaft für Baumaschinen mbH als Logistikpartner sowie PASCHAL.  
In dieser Konstellation wurden schon mehrere Bauprojekte erfolgreich abgeschlossen, so dass mit dem Kläranlagenprojekt in Grevenmacher diese Tradition fortgesetzt wird.

35.4 Mio.-Projekt für 47.000 EW
Nach der Fertigstellung des 35.4 Mio.-Projektes im Sommer 2017 werden die Gemeinden Grevenmacher, Lenningen, Mertert, Stadtbredimus, Wormeldange sowie die Aire de Wasserbillig an die Kläranlage angeschlossen. Deshalb ist die Anlage mit einem Anschlusswert für 47.000 Einwohner geplant.

Luftbildaufnahme

Die Luftbildaufnahme verdeutlicht die Dimensionen sowie die Lage des Projektes, eingebettet zwischen Bahngleisen und dem Moselufer.
Vorne rechts ist die Baugrube des ersten Bauabschnittes des Pumpwerkes zu sehen.
Im hinteren Bereich sind vier im Bau befindlichen SBR-Becken zu sehen.


Sensible Lage
Im Hinblick auf die unmittelbare Nähe der Kläranlage zur Ortslage Grevenmacher mit seinen Freizeiteinrichtungen und der Wohnbebauung war es der Gemeinde und den Planungsträgern besonders wichtig, dass ein sicheres Klärverfahren zur Anwendung kommt und die Anlage optisch ansprechend in die Umgebung integriert wird.
Von zentraler Bedeutung war darüber hinaus die bestmögliche Minderung von unerwünschten Geruchs- und Schallemissionen. Letzterem wird dadurch Rechnung getragen, dass alle klärtechnischen Anlagen komplett eingehaust und mit leistungsfähigen Abluftbehandlungsanlagen ausgestattet werden.
Zusätzlich wurde die Höhe der kompletten Bebauung reduziert, so dass viele Teilbauwerke tief gegründet werden mußten – so liegt die Sohle des Pumpwerkes rund 18 m unter der Geländeoberfläche.

Im Frühjahr 2010 wurde mit den Planungen durch das Ingenieurbüro TR-Engineering in enger Zusammenarbeit mit dem SIDEST, der Wasserwirtschaftsverwaltung, der Hafengesellschaft und der Universität Luxembourg begonnen. Dabei wurden zunächst verschiedene klärtechnische Lösungsmöglichkeiten im Hinblick auf Reinigungsleistung, Flexibilität, optische Gestaltungsmöglichkeiten sowie Investitions- und Betriebskosten untersucht. Im Ergebnis hat sich das SBR-Verfahren (Sequencing-Batch-Reactor) als günstigstes Verfahren zur biologischen Reinigung
herauskristallisiert, so dass dieses Klärverfahren hier zur Anwendung kommt.

Vier SBR-Becken in WU-Beton
Die vier SBR-Becken sind auf einer 60 m x 60 m und 40 cm dicken Stahlbetonplatte gegründet.
Während der Aushubarbeiten wurde festgestellt, dass der Boden nicht ausreichend tragfähig ist, so dass die OBG LUX S.A. zusätzlich einen Bodenaustausch vornehmen mußte, um für eine ausreichende Tragfähigkeit zu sorgen, denn der Baukörper wird als monolithische Konstruktion ohne Dehnfugen ausgeführt.
Der Bodenaustausch erfolgte in einer Schichthöhe von durchschnittlich 1,5 m. Zur sicheren Lastabtragung und zur Auftriebssicherung wurden zusätzlich Bohrpfähle und Mikropfähle in den Baugrund getrieben und die Bewehrung der Bodenplatte kraftschlüssig mit den Köpfen der Bohrpfähle verbunden.
Bedingt durch aufsteigendes Grundwasser werden alle Baugruben komplett mit Spundwänden oder Bohrpfahlwänden während der Bauausführung umschlossen.
Die ausführungstechnisch bedingten Arbeitsfugen werden mit beschichteten Fugenblechen von Max Frank, sowohl in den horizontalen als auch den vertikalen Arbeitsfugen, abgedichtet.

TTR und LOGO.3
Systemkompatibilität

Zum Schalen gerader Bauteile, die in gerundete Konstruktionen übergehen beweisen die TTR und die LOGO.3 ihre Systemkompatibilität. Das brillante und exakte Ergebnis in das Resultat aus praxisorientierter Schalungsplanung, verlässlichen Absprachen und fachgerechter Ausführung.


Besondere Eckausbildung – perfekt geschalt mit der TTR Trapezträger-Rundschalung in Kombination mit der LOGO.3.  
Bedingt durch Vorgaben der Hydraulik erhalten alle vier SBR-Becken abgerundete Innenecken, wobei die Außenwand statisch bedingt durchläuft. Dadurch ergibt sich ein innenliegender Hohlraum mit einer Geraden und zwei Bögen.
Zur Ausführung dieser diffizilen Eckausbildung war eine exakte Abstimmung des Baustellenteams der OBG, des Logistikpartners HSB sowie der zuständigen Anwendungstechnik bei PASCHAL und dem PASCHAL-Fachberater notwendig.
Zum einen wurde die Trapezträgerrundschalung TTR vorgerichtet zur Baustelle geliefert, genauso wie die vorgebogenen Bewehrungsstähle mit Durchmessern bis zu 20 mm.
Für den Workflow der rollierenden Schalungsplanung wurde bei PASCHAL AutoCad in Kombination mit PASCHAL-Plan light 10.0 eingesetzt.

Minimale Toleranzen
Die Wandschalung aus TTR und LOGO.3 mußten in Bezug auf die Anschlussbewehrung der Bodenplatte sowie der vorgebogenen Bewehrungsstähle mit minimalsten Toleranzen montiert werden, um unteranderem die vorgegebene Betondeckung von mindestens 5 cm durchgehend einzuhalten.
Aufgrund der exakten Absprachen der Beteiligten sowie  die verlässliche Arbeitsvorbereitung seitens PASCHAL erzielte die OBG eine hohe Ausführungseffizienz bei der Erstellung der SBR-Becken.  Die beiden Bauleiter Dipl.-Ing. Gregor Stefan Sitnikov und Dipl.-Ing. Christophe Franck hatten zu keiner Zeit Zweifel an der erfolgreichen Realisierung der schwierigen Stahlbetonkonstruktion, da die OBG ausschließlich mit eigenen Baufachleuten auf der Baustelle vertreten ist und die beiden Poliere Wolfgang Mantey und Andreas Hirsch sich mit den Schalungssystemen von PASCHAL perfekt auskennen.

6,05 m Betonierhöhe in einem Guss
Zum Erreichen der Konstruktionshöhe wurden zwei Elemente der LOGO.3 zu einer Höhe von 6,80 m kombiniert. Die Betonage erfolgte in einem Schritt, was für die LOGO.3 mit einem zulässigen Frischbetondruck von 70 kN/m² sowie die TTR mit einem zulässigen Frischbetondruck von 60 kN/m² kein Problem darstellte.
Bedingt durch die extrem starke Bewehrung, rund 250 kg/m³, wurde zum Betonieren der WU-Beton mit einer Betonresistenz XA2 bzw. XA3 mit drei unterschiedlichen Kornstufen bestellt, die nacheinander schichtweise eingebaut wurden, so dass eine homogene Betonkonstruktion entstand.

Zulaufpumpwerk 18 m tief
Das Pumpwerk ist 18 Meter tief gegründet und mittels Mikropfählen gegen Auftrieb gesichert. Bedingt durch die Vorgaben des Tragwerkplaners, TR Engineering, wird das Zulaufpumpwerk in vier horizontalen Bauabschnitten errichtet, die jeweils ca. 4,60m hoch sind.
Die Außenwände des Bauwerks sind 60cm dick und wurden ohne senkrechte Arbeitsfugen hergestellt. Aufgrund geringer Platzverhältnisse zwischen den die Baugrube umschließenden Bohrpfählen und der Außenwände des Pumpwerks sowie der komplexen Bewehrungsführung wurde die 4,75m hohe LOGO.3-Schalung als Außenschalung für die Wandkonstruktion vorgestellt.
Die Bewehrung konnte somit den hohen Sicherheitsanforderungen entsprechend von der Wandinnenseite aus eingebaut werden. Nach Fertigstellung der Wände wurde im zweiten Arbeitsschritt der Prallkörper des Zulaufpumpwerks geschalt.


LOGO.3 Schalelemente

Zwei LOGO.3 Schalelemente mit ihrer Elementhöhe von 3,40 wurden hier zu einer Gesamthöhe von 6,80 m kombiniert. Die Betonage erfolgte in einem Höhenakt, mit sauberem Ergebnis wie die bereits ausgeschalte Stahlbetonkonstruktion zeigt.


Prallkörper im Zulauf
Zur Formgebung des Prallkörpers nutzten die Betonfacharbeiter der OBG ebenfalls das Schalungssystem LOGO.3 und integrierten in zimmermannsmäßiger  Art und Weise vor Ort den Einbau der Holzeinlage.
Besonders wichtig bei der Herstellung des Prallkörpers war, im kompletten Bereich der Holzeinlage auf Spannstellen zu verzichten.
Nach Fertigstellung des ersten Wandabschnittes wurde im gesamten Bauwerk auf einer Höhe von 4,60m eine durchgehende horizontale Arbeitsbühne mit PASCHAL Deck gebaut. Auf dieser Arbeitsbühne war genügend Platz für die Lagerung der Stahlbewehrung und zum Aufbau der Gerüste, die zur Herstellung der Wandbewehrung notwendig sind, vorhanden.

Zusätzlich erfüllt diese Arbeitsbühne eine zweite Funktion: Auf einer Höhe von 7,60m werden umlaufend Deckenauskragungen in Ortbeton hergestellt. Die dafür erforderliche Deckenschalung wurde mit PASCHAL Deck ausgeführt und auf die bereits vorhandene Arbeitsbühne aufgebaut. Mit dieser Vorgehensweise war ein sicherer, schneller und wirtschaftlicher Baufortschritt gegeben.

Prallbauwerk

Zum Schalen der Stahlbetonkonstruktion nutzt OBG das Schalsystem LOGO.3 und baut in konventioneller Bauweise den Füllkörper ein.


Übergreifende Spannstellen
Bei jedem Bauabschnitt ist die Schalungsplanung auf das jeweilige Gründungsniveau der einzelnen Bauwerke und Bauteile anzupassen. Besonders diffizil sind hierbei aufgehende Stahlbetonkonstruktionen, die mittels einhäuptiger Schalung an eine bereits zuvor fertiggestellte Betonkonstruktion anbenoniert wird, da hier die Spannstellenanordnung exakt aufeinander abgestimmt werden muß.   

Erfolgreiches Projektmanagement
Die Schalungsplanung erfolgt in enger Kooperation zwischen der Bauleitung und den Polieren seitens OBG, der HSB und der Anwendungstechnik von PASCHAL.
Der Fachberater von PASCHAL stimmt die Prozesse in Bezug auf den Bauzeitenplan, die Anlieferungszeiten, den schalungstechnische Besonderheiten unter Berücksichtigung des wirtschaftlich Machbaren zentral ab.
Im zweiten Schritt wird die Anwendungstechnik in der PASCHAL-Zentrale involviert.
Bis dato erfolgte ein Teil der Schalungsplanung auch bei HSB in Ensdorf.
Im dritten Schritt erfolgt dann die Besprechung der Schalungspläne auf der Baustelle mit den Polieren und der Bauleitung. Dabei werden noch besondere Details, Takte und dergleichen besprochen und angepasst. Diese Ergebnisse fließen in die endgültige Schalungsplanung ein und fixieren die Logistik seitens der HSB, die für die fristgerechte Anlieferung der notwendigen Schalung gemäß des Bauablaufes und der Schalungsplanung sorgt.

Zur OBG
Die OBG LUX S.A. als ausführendes Bauunternehmen erbringt Tief- und Hochbauleistungen im Auftragswert von ca. 18,5 Mio. Euro für die Kläranlage Grevenmacher und nutzt dazu in Form einer ARGE die Kompetenzen und Leistungen der OBG Hochbau sowie der OBG Tiefbau. Auf der Grevenmacher Baustelle arbeitet die OBG ausschließlich mit eigenen Baufachleuten: www.obg-lux.lu

Zur HSB Handels- und Servicegesellschaft für Baumaschinen mbH
Die HSB ist PASCHAL-Händler der ersten Stunde und seit 30 Jahren Händler für das Saarland, Teile von Rheinland Pfalz und Luxemburg. Das Unternehmen verfügt am Standort Ensdorf über einen großen Mietpark, in dem Wand- und Deckenschalung für die Kunden bereitgehalten werden. Ein eigenes Technisches Büro, sowie eine aktive Unterstützung der Kunden durch Außendienstmitarbeiter sind für das serviceorientierte Unternehmen selbstverständlich.
HSB und PASCHAL haben bereits viele Projekte von kleinen Stützwänden bis hin zu großen Industrie- und Infrastrukturprojekten sowie Großprojekte im Hoch-, Tief- und Ingenieurbau gemeinsam realisiert.
HSB Schalungstechnik ist eine Sparte der HSB Handels-und Servicegesellschaft für Baumaschinen und seit vielen Jahren gefragter Partner der Bauindustrie im Hoch-, Tief-, Ingenieur-und Industriebau.
Bereits in der Angebotsphase unterstützte die HSB die OBG bei der Ausarbeitung des marktfähigen Angebotes. Während der Bauausführung liefert die HSB eigenes Schalmaterial als Mietschalung zur Baustelle: www.hsb-baumaschinen.de


Bauherr:
SIDEST, Abwassersyndikat Ost

Baubeteiligte:

Bauausführung
ARGE OBG Lux, OBG Tiefbau, OBG Hochbau

Planung/ Tragwerksplanung
TR Engineering, www.tr-engineering.lu

Fachplanung
Lux Autec, Luxcontrol


Trapezträgerrundschalung TTR

Die Trapezträgerrundschalung TTR liegt nach erfolgreichem Einsatz in einem der SBR-Becken zur Abholung bereit.

praxisorientierte Schalungsplanung

Die praxisorientierte Schalungsplanung aus dem Hause PASCHAL für die anspruchsvolle Stahlbetonkonstruktion der SBR-Becken.

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Besprechung

Bei regelmäßigen Besprechungen werden jeweils die nächsten Bauabschnitte detailliert besprochen sowie die Zuständigkeit für alle Beteiligten transparent fixiert.

Im Hintergrund Dipl.-Ing. Christophe Franck, Bauleiter der OBG, stehend Dipl.-Ing. Gregor Stefan Sitnikov, Bauleiter der OBG, im Vordergrund Dipl.-Ing. Carsten Rupp von der HSB.

Auf dem Weg zum Pumpwerk

Auf dem Weg zum Pumpwerk zum Abstimmen der nächsten Betonierabschnitte: von links nach rechts Dipl.-Ing. Carsten Rupp von HSB, Andreas Hirsch von der OBG, Betonbaumeister Johannes Werth von PASCHAL.